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Heidelberg, 20. Oktober 2011. Einem Arzt muss man vertrauen können. Jeder Patient möchte sicher sein,
dass das erste und leitende Interesse des Arztes das Patientenwohl ist – und nichts anderes. Welche
Rolle spielen jedoch Interessenkonflikte für die Behandlungsentscheidung des Mediziners? Welchen Einfluss
hat die Industrie möglicherweise auf das Verordnungsverhalten, welchen bei der Anlage und Durchführung von
Forschungsprojekten? Der soeben veröffentlichte Springer Medizin-Titel „Interessenkonflikte in der Medizin –
Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten“ ergründet diese und andere Fragen. Er stellt den aktuellen Stand der
internationalen Diskussion sowie die innerdeutsche Situation dar, fasst die international üblichen
Empfehlungen zum Umgang mit Interessenkonflikten zusammen und zeigt Hintergründe und Handlungsoptionen auf.
Die Publikation dient der Versachlichung der gegenwärtigen Auseinandersetzung. „Die Diskussion um den
Themenbereich ,Interessenkonflikte in der Medizin‘ ist stark emotional besetzt, da Interessenkonflikte
unter Medizinern allgegenwärtig sind, wie in vielen anderen Lebensbereichen auch“, so Renate Scheddin,
Director Books bei Springer Medizin. „Wir brauchen daher eine sachliche und differenzierte Analyse der
Situation, die einen Mehrwert sowohl für den praktizierenden oder forschenden Mediziner als auch für den
aufgeklärten Patienten bietet“, fügt sie hinzu. „Unser Titel leistet genau dies.“
Das Buch ist gegliedert in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Im ersten Teil bekommt der
Leser Informationen, was Interessenkonflikte sind und wie man sie feststellt, über welche psychologischen
Mechanismen sie Urteilsvermögen und Entscheidungen beeinflussen und wie Interessenkonflikte von Korruption
abzugrenzen sind. Einer Gefahrenanalyse folgen Regeln zur Risikovermeidung. Mit der Betrachtung internationaler
Vorschläge zum Umgang mit Interessenkonflikten blicken die Autoren auch über den deutschen Tellerrand.
Der zweite Teil geht auf spezifische Interessenkonflikte in den unterschiedlichen Bereichen des
Gesundheitswesens ein: in der Patientenversorgung, der Forschung, der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung
sowie in medizinischen Fachzeitschriften und im Medizinjournalismus.
siehe auch:
FAZ: Wir hätten da einen Karrierebeschleuniger für Frau Doktor
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