Boardnews:   Neu: Geschlossene Foren! Du bist noch nicht registriert/eingeloggt !
Deutsches Forum für Krankenhausmanagement
  Krankenhausmanagement
    Spezial: Medizinische Sachkosten
      Verwendung des med. Sachbedarf
   
[ - Registrieren - Login - Hilfe - Suche - Kategorien wählen - Statistiken - F.A.Q. - ] Das Board hat insgesamt:3716 Mitglieder
3 User gerade im Board online

Thema: Verwendung des med. Sachbedarf

Druckversion des Themas Druckversion des Themas

[ - Antworten - ]
 
29.11.2004, 16:04 Uhr

Matthias-Keilich
[Moderator]

Gast-Moderator

Matthias-Keilich besucht im Moment nicht das Board.
Herzlich willkommen zum Spezial Forum Medizinischer Sachbedarf!

Ausgehend von der Publikation von Herr Drees mit dem Titel "Beschaffungsmanagement im Krankenhaus" wurde ich ermutigt ein Spezialforum einrichten zu lassen. In diesem Spezialforum soll es verstärkt um die Verwendung des medizinischen Sachbedarfs gehen.

Zum Einen verbergen sich, wie in der oben angeführten Publikation aufgezeigt, enorme wirtschaftliche Reserven hinter einer strukturierten Beschaffung des medizinischen Bedarfs im Krankenhaus.
Hierbei wird häufig übersehen, daß durch eine strukturierte Verwendung des medizinischen Bedarfs nochmals deutliche wirtschaftliche Reserven zur Verfügung gestellt werden können. Grundvoraussetzung hierfür ist, daß den verantwortlichen Ärzten jeder Fachabteilung bewußt wird, wo die Kosten des medizinischen Sachbedarfs auflaufen, d.h. welche Ausgaben getätigt werden. Um dieses zu realisieren, müssen die Ausgaben transparent dargestellt werden und zwar sowohl aus der Finanzbuchhaltung als auch aus der Materialwirtschaft nach einem übersichtlichen, vergleichbaren Schema.
Häufig haben wir erfahren, daß dieses in den Krankenhäusern noch nicht ausreichend erfolgt, wodurch die Ausgaben verständlicherweise von den Verantwortlichen nicht gesteuert werden können.
Wenn dennoch die Ausgaben transparent dargestellt werden, erfolgt im zweiten Schritt meistens keine ausreichende Kommunikation zwischen dem Krankenhauscontrolling und den Ärzten der entsprechenden Fachabteilungen. Gründe hierfür sind z.B. die fehlende fachliche medizinische Kompetenz der im Krankenhauscontrolling beschäftigten Personen. Meiner Erfahrung nach verschärfen weitere Punkte das Problem zusätzlich.

Es würde mich interessieren, wie dieses Problem in anderen Krankenhäusern gehandhabt wird, in welcher Weise hier entsprechende "Controllingmaßnahmen" eingeführt wurden und ob diese den erwarteten Erfolg erbracht haben.

Ich freue mich auf eine rege Diskussion zu den angesprochenen Punkten und verbleibe mit

freundlichen Grüßen

Dr. med. M. Keilich

Link direkt zu diesem Post in die Zwischenablage kopieren...    Posts: 2 | Rang: Frischfleisch [ Zitieren - edit ]
29.11.2004, 18:46 Uhr

cd
[Administrator]

gemeinsam besser werden



cd besucht im Moment nicht das Board.
Hallo Herr Keilich,

herzlich willkommen im dfkm!

Konkret zu Ihren Thesen, denen ich im Wesentlichen zustimme:

Ich sehe das Problem weniger in der Organisationseinheit des Controlling, mehr in der Funktion des Controlling. Am Beispiel des Materialkostencontrolling wird deutlich, dass es nicht Aufgabe der Controlling-"Abteilung" sein kann, Standardisierungs- und Optimierungsmaßnahmen zu implementieren. Die treibende Kraft hierfür ist in der beschaffenden Organisationseinheit zu suchen, die mit einer entsprechenden Sachkenntnis und Kompetenz ausgestattet in Kooperation mit den Bedarfsträgern die Materialkosten "controllen" sollte; selbstverständlich unterstützt durch ein "grobes" Controlling, das die entsprechenden Zahlenwerke liefert.

Wesentlich dabei ist die ganzheitliche Betrachtung: Logistik, Prozesse, Qualität, Service, Preis und viele weitere Aspekte sind hier zu beachten (Stichwort "Balanced Scorecard"). Schnell werden so im "Einkauf" zu fällende Entscheidungen zu komplexen Fragestellungen, die weit über Menge und Preis hinausgehen. Und das ist auch gut so. Das macht die Beschaffungsfunktion zu einer sehr interessanten Aufgabe.

Last but not least ist nicht zu vergessen, dass die Beschaffungsfunktion eine Schnittstelle zwischn Innen- und Außenwelt darstellt. Sie soll Dreh- und Angelpunkt aller Kommunikationsprozesse zwischen Innen- (Bedarfsträger) und Außenwelt (Lieferanten) sein. Auf diese Weise findet in Anlehnung an das aktuelle Thema "Knowledge-Management" eine sinnvolle Know-How-Bündelung statt.

Um Ihre Frage zu beantworten: Meiner Ansicht nach quantifiziert das Controlling häufig komplexe Sachverhalte in einer Weise, die nicht hinreichend ist. Zahlenwerke dienen als Indizien, die zu genauerem Hinschauen motivieren sollten. Das jedoch obliegt im Bereich des Materialkostencontrolling den Bedarfsträgern und dem "Einkauf".

Die Realität zeigt, dass es häufig schon am ersten Schritt mangelt, der von ihnen erwähnten Transparenz der Materialkosten; und zwar nicht nur in der Einkaufsabteilung, sondern auch auf Ebene der Kostenstellen-Verantwortlichen. Erst dann ist ein gutes quantitatives Fundament für ein fundiertes qualitatives Controlling geschaffen.

Soweit meine Gedanken zu dem von Ihnen angesprochenen Themenkomplex des Materialkosten-Controlling.

Ich freue mich auf weitere Beiträge.

MfG
cd :dance2:

Link direkt zu diesem Post in die Zwischenablage kopieren...    Posts: 116 | Rang: Trommler [ Zitieren - edit ]
09.05.2005, 17:16 Uhr

hoenerms

hoenerms besucht im Moment nicht das Board.
Hallo,
dieser freundlichen Einladung kann ich(auch als " Frischfleisch") nicht widerstehen.
Das hier angeschnittene Thema, auch Schwerpunkt meiner Beratungstätigkeit in Kliniken, ist sehr komplex.
Sicher ist, dass das Einsparpotenzial im Sachmittelbereich weitestgehend unterschätzt wird, insbesondere in den
Operationsabteilungen, in denen 30% der medizinischen Sachmittel verbraucht werden. Die Aufgaben sind meiner Meinung nach leichter zu bewältigen, wenn alle Abteilungen miteinander verknüpft arbeiten.
Hier nur ein Beispiel aus meiner Beratertätigkeit:
Die Varizenoperation bei einem meiner Kunden soll künftig
ambulant durchgeführt werden.
Die kaufmännische Geschäftsleitung wendet sich an den zuständigen Arzt, mit der Bitte um eine Aufstellung, welche Sachmittel, in welcher Menge für die Operation an einem Bein verbraucht werden. Die daraus resultierende Kostenaufstellung soll als Teil der Berechnungsgrundlage/Kostenaufstellung an das Controlling weitergegeben werden, mit dem Ziel eine korrekte Grundlage für weiterführende Gespräche mit den Krankenkassen zu erhalten.
Die Materialliste wird vom Arzt erstellt und zur Kostenberechnung an die Materialwirtschaft weitergegeben.
Das hört sich zunächst gut an.
Da ich im Hause in ein Projekt zur Produktentwicklung unter Kostenzielen eingebunden bin, und hier mehrfach auffällt, dass Angaben eher unvollständig weitergeleitet werden, bittet mich die Controllerin im Hause um eine kurze Überprüfung. Bei der Überarbeitung auf Vollständigkeit fällt mir auf, dass die Liste nur 45% der tatsächlich benötigten Artikel beinhaltet.
In Euro:
Summe der Kostenaufstellung med. Sachbedarf des Arztes 60Euro nach Überarbeitung ergab aber die korrigierte Liste einen Kostenaufwand von rund 150Euro.
Im Rahmen des Projektes konnten die Kosten für den medizinischen Sachbedarf bei Varizen, in Zusammenarbeit mit allen Abteilungen auf 90Euro reduziert werden.

Verschiedene Ursachen führen dazu, dass in einer Abteilung derselbe Eingriff, mit Material derselben Firma Kostenunterschieden bis zu 200% unterliegen.
Ein zusätzliches Problem ist, dass auch der Einkauf meist weder über die notwendigen medizinischen Kenntnisse, noch über Kenntnisse der Materialien und deren Einsatzgebiete verfügt, um dauerhafte Einsparungen zu erzielen. Der MaWi bleibt nur der Versuch über Preisverhandlungen zu arbeiten, die konterkariert werden durch einen gut ausgebildeten Aussendienst, der immer häufiger mit neuen Produkten aufwartet, die zwangsläufig zu Kostensteigerungen führen.


Mit freundlichen Grüßen

Anneli Höner


Link direkt zu diesem Post in die Zwischenablage kopieren...    Posts: 1 | Rang: Frischfleisch [ Zitieren - edit ]
 
[ - Zurück - Antworten - ]

Forum-Jump:

APBoard v2.02 © 2000 by APP - Another PHP Programs